Waterpolo Expert Talk

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Der WET-Podcast zu Gast beim Sportradio Deutschland

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Im Vorfeld zum Champions League Spiel zwischen Waspo 98 Hannover und Jug Dubrovnik durfte ich Live im Sportradio Deutschland einen kleinen Einblick in die Welt des Wasserballs geben. Hat echt Spaß gemacht und vielleicht gibt es mal die Chance zur Wiederholung!

„Vom Bundesligaspieler zum Feuerwehrmann“ – Dennis Eidner über Karriere, Spandau 04, Duisburg & persönliche Entwicklung

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In dieser Episode des Waterpolo Expert Talk spricht Dennis Eidner, ehemaliger Bundesligaspieler, Nationalspieler und heutiger Feuerwehrmann in Duisburg, offen über seine sportliche Laufbahn, die prägenden Jahre in Berlin bei Spandau 04, den Wechsel zum ASC Duisburg und seinen beruflichen Neuanfang außerhalb des Leistungssports.

Dennis erzählt, wie er als sehr aktives Kind über verschiedenste Sportarten zum Wasserball kam. Fußball, Judo und Leichtathletik prägten seine ersten Jahre, bevor ein Sommerfest bei Spandau 04 – mit Schnuppertraining in Tauchen, Schwimmen und Wasserball – den entscheidenden Ausschlag gab. Mit sieben Jahren wechselte er endgültig ins Wasser und blieb dem Sport über zwei Jahrzehnte treu.

Früh entwickelte er Begeisterung für Teamgeist, körperlichen Einsatz und die enge Gemeinschaft im Wasserball – Eigenschaften, die ihn später auch im Feuerwehrdienst prägen sollten. In Spandau lernte er von einigen der besten deutschen Spielern seiner Zeit: Florian Orozco, Fabian Schröter, Sören Mackeben und anderen, die ihm halfen, Selbstvertrauen und Härte zu entwickeln. Obwohl er körperlich kleiner war als viele seiner Gegner, fand er im Center seine Position – aus Überzeugung, Mut und Spaß an der körperlichen Auseinandersetzung.

Dennis berichtet, wie wichtig starke Trainingspartner waren, die ihn täglich forderten und förderten. Gleichzeitig spricht er über die strukturellen Herausforderungen des deutschen Wasserballs: zu viele Ausländer in den Topteams, zu wenige echte Wettkampfmöglichkeiten für junge deutsche Spieler und die Schwierigkeit, Spielzeit zu bekommen, wenn man hinter internationalen Profis steht. Er erläutert, warum Training auf Topniveau unverzichtbar ist – aber ebenso, warum echte Entwicklung erst im Wettkampf stattfindet.

Ein weiterer Schwerpunkt ist seine Zeit beim ASC Duisburg und die Frage, wie deutsche Vereine den Spagat zwischen internationalem Anspruch und Nachwuchsförderung schaffen können. Dennis hält klare Strukturen für notwendig – und sieht Spandau und Waspo weiterhin als Fixpunkte im deutschen Wasserball, während viele andere Teams um Anschluss kämpfen.

Heute arbeitet er hauptberuflich als Feuerwehrmann und sieht darin viele Parallelen zum Leistungssport: Teamarbeit, klare Kommunikation, körperliche Fitness, Vertrauen und die Fähigkeit, unter Stress handlungsfähig zu bleiben. Seine Karriere zeigt eindrucksvoll, wie Kompetenzen aus dem Wasserball ein Leben lang tragen können.

Dieser Talk ist ein ehrliches, authentisches und mitreißendes Porträt eines Sportlers, der seinen Weg gefunden hat – im Wasser und weit darüber hinaus.

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🚒 Beruf & Sport: Ein inspirierender Einblick in den Weg vom Leistungssport zum Einsatzdienst.

„Spandau, Krankheit & Neuanfang“ – Nationalspieler Ben Reibel über mentale Gesundheit & Karriereentscheidungen (Teil 2)

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Im zweiten Teil des Gesprächs mit Ben Reibel, Bundesligaspieler und ehemaliger Nationalspieler, wird es besonders persönlich. Offen, reflektiert und ohne Beschönigung spricht Reibel über seine Zeit bei Spandau 04, die sportlichen Höhepunkte, seine gesundheitlichen Probleme, mentale Belastungen und den schwierigen, aber notwendigen Schritt, seine Karriere neu auszurichten.

Ben erzählt, wie er kurz nach seinem Wechsel von Uerdingen nach Berlin an einer rheumatischen Erkrankung litt, die zunächst niemand richtig einordnen konnte. Monate voller Schmerzen, Fehldiagnosen und Unsicherheit folgten, bis schließlich ein Rheumatologe die Ursache fand. Die notwendige medikamentöse Behandlung erwies sich mitten in der Corona-Pandemie als Herausforderung – besonders, weil die Medikamente das Immunsystem schwächen. Reibel beschreibt sehr eindrücklich, wie langwierig und belastend diese Phase war, und wie glücklich er ist, heute wieder beschwerdefrei spielen zu können.

Neben der körperlichen Komponente spricht Ben auch über seine mentale Gesundheit. Er erzählt, wie ihn die Zeit in Berlin – hoher Leistungsdruck, neues Umfeld, große Verantwortung und Entfernung von seinem Zuhause – zunehmend belastete. Nach der Olympia-Qualifikation 2021 wurde ihm klar, dass er Veränderungen brauchte. Corona gab ihm die ungeplante Zeit, über sein Leben, seine Prioritäten und seine Zukunft nachzudenken. Die Erkenntnis war klar: Spandau war sportlich wertvoll, aber persönlich der falsche Ort für ihn.

Besonders berührend ist seine Offenheit über den Zusammenhang zwischen mentalen Belastungen und körperlichen Erkrankungen. Es sei gut möglich, dass Stress und Überforderung seine rheumatische Erkrankung mitausgelöst oder verstärkt haben. Erst durch den Schritt zurück nach Nordrhein-Westfalen und in sein gewohntes Umfeld fühlte er sich wieder stabil – mental wie körperlich.

Gleichzeitig blickt Ben dankbar auf das zurück, was ihm Spandau gegeben hat: internationale Erfahrungen, Champions League-Spiele, den Gewinn der Deutschen Meisterschaft und ein Umfeld, das ihn sportlich enorm weiterentwickelt hat. Besonders prägend waren Persönlichkeiten wie Tibi Negri, der für Ben bis heute Mentor und Freund ist.

In der Analyse der Bundesliga-Strukturen betont Ben, dass das derzeitige System mit A- und B-Gruppe weder attraktiv noch sinnvoll ist. Es brauche eine kleinere, klare 1. Liga und stabile Rahmenbedingungen – ähnlich wie in anderen europäischen Ligen. Nur so könne deutscher Wasserball über die nächsten Jahre wettbewerbsfähig bleiben. Einfache, transparente Systeme würden auch Spieler, Eltern, Vereine und Fans besser abholen.

Am Ende der Episode wird deutlich, wie viel Mut es braucht, gesundheitliche Probleme einzugestehen und konsequent Entscheidungen zu treffen, die der eigenen Stabilität dienen. Die Rückkehr in die Heimat, der Fokus auf Studium und ein behutsames Weiterführen der sportlichen Karriere waren für Ben Schritte in die richtige Richtung.

Diese Episode zeigt Wasserball aus einer Perspektive, die oft zu kurz kommt: ehrlich, menschlich, verletzlich und gleichzeitig voller Stärke.

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„Unser Frühstückstisch wurde zum Taktikboard“ – Nationalspieler Ben Reibel über Familie, Karriere, Bundesliga & Olympia

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In dieser Episode des Waterpolo Expert Talks spricht Ben Reibel, ehemaliger Nationalspieler und aktueller Bundesligaspieler des SV Bayer Uerdingen, offen über seine sportliche Herkunft, familiäre Prägung, die Entwicklung im Jugend- und Männerbereich und die Herausforderungen des deutschen Wasserballs.

Ben erzählt, wie Wasserball in seiner Familie seit zwei Generationen zum Alltag gehört. Sowohl sein Vater, ein früherer Olympiateilnehmer, als auch seine Mutter, ehemalige Nationalspielerin, prägten seine Entwicklung maßgeblich – oft buchstäblich am Frühstückstisch, der regelmäßig zum „Taktikboard“ wurde. Früh wurde klar: Talent, Spaß an Bewegung und vielfältige sportliche Erfahrungen sind die Basis für langfristigen Erfolg. Basketball, Schwimmen und Tennis begleiteten seine Kindheit und gaben ihm koordinative Vorteile, die ihm später im Wasserball enorm geholfen haben.

Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Frage, wie sehr Eltern, Trainer und Umfeld die sportliche Entwicklung beeinflussen. Ben berichtet, dass die ständige Begleitung durch seinen Vater zwar anspruchsvoll war, ihm aber gleichzeitig half, schneller zu lernen, Fehler zu verstehen und sich mental weiterzuentwickeln. Wichtig sei letztlich die Beziehung zwischen Kind und Eltern – und ob sportliche Unterstützung als Druck oder als Rückenwind empfunden wird.

Ben spricht ausführlich über seine Stationen:
– Jugendzeit bei Bayer Uerdingen
– Bundesligaeinsätze beim ASC Duisburg
– Erfolgreiche A-Jugend mit Deutscher Meisterschaft
– Die bedeutende Zeit bei Spandau 04 unter Petar Kovacević

Besonders prägend war für ihn die Arbeit mit Kovacević, der seine technische und taktische Sicht auf Wasserball „komplett neu programmiert“ habe. Diese intensive Phase führte auch zu Einsätzen bei Welt- und Europameisterschaften – Erfahrungen, die Ben als „prägend und emotional unvergleichlich“ beschreibt.

Ebenfalls thematisiert wird die Rolle deutscher Spieler im internationalen Kontext. Ben erklärt, warum Auslandsaufenthalte wertvoll wären und weshalb andere Nationen – mit Spielern aus verschiedenen Ligen – oft breiter aufgestellt sind. Gleichzeitig beschreibt er, warum es für die deutsche Nationalmannschaft schwierig ist, nachhaltige Strukturen aufzubauen, wenn der Kader über Jahre kaum erneuert wird.

Der zweite große Themenblock widmet sich der Attraktivität des Wasserballs für Kinder und Jugendliche. Ben betont, dass die Nachwuchsförderung nur dann funktioniert, wenn der Sport wieder präsenter, langfristiger gedacht und strukturiert aufgebaut wird. Für ihn ist klar, dass Deutschland für die nächsten Olympiazyklen strategisch neu denken muss – weniger kurzfristig, mehr generationenübergreifend.

Im ersten Teil dieses Gesprächs entsteht ein sehr persönliches und gleichzeitig sportpolitisch relevantes Bild eines Athleten, der Wasserball von der Pike auf gelernt hat und heute reflektiert auf seine aktive Zeit zurückblickt.

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“Olympics, player safety & the future of Waterpolo” – Spain Head Coach David Martín Lozano (Part 2)

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In this second part of the conversation, David Martín Lozano, head coach of the Spanish men’s national team, talks openly about the structural problems facing international water polo today: an overloaded schedule, player safety, political decision-making within FINA and LEN, and the need to rethink the sport from the perspective of the athletes.

David begins by comparing water polo philosophies around the world. A decade ago, the sport showed clear stylistic differences – the Latin style of Spain, Italy and Greece versus the Balkan and Hungarian schools. But with the 2019 rule changes, he argues that modern water polo has become faster, more intense and more physically demanding, unifying the styles across nations. Pressing is higher, movement is constant, and the physical gap between countries is shrinking. Even Japan’s unique ultra-pressing “Tokyo style” has influenced global coaching.

A major section of the episode focuses on the Olympic Games – the emotional pressure, the media intensity, the memories and the experience of facing legends like Filipović, Prlainović and Pijetlović. David explains why Tokyo was the first time he truly believed Spain would win a medal, and how stepping into the Olympic Village, surrounded by stars like Rafael Nadal and NBA players, shapes an athlete’s mindset. He also reveals why first-time Olympians often struggle to stay focused amid the atmosphere, distractions and sheer magnitude of the event.

The discussion then turns to the central topic of the episode: player protection and the increasingly dangerous competition calendar. David describes how elite players often have only 10 days to prepare for a World Championship after the Champions League Final Eight – a situation he calls “crazy and unsustainable.” With more matches, fewer rest days, shorter quarters, less recovery time between actions, and a growing number of injuries, he warns that the sport is heading toward a crisis:

“We must protect the athletes. Without star players, the sport loses its identity.”

He points to previous World Championships where top nations like Serbia arrived without seven of their best players simply because athletes needed rest. For David, this is an alarming sign: a World Championship without the best players is like football without Messi or Cristiano Ronaldo – it damages the credibility of the sport.

David also criticizes the lack of coordination between FINA and LEN, where competitions overlap, calendars collide and political decisions override the needs of players and coaches. He argues for a unified approach, where federations and top coaches work together to create a sustainable, long-term model for water polo – one that prioritizes athlete welfare over politics.

The episode concludes with David’s belief that water polo must return to its core values: quality games, fewer but better competitions, space for recovery, and the certainty that when kids watch a World Championship, they see their idols in the pool.

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“I Am Living My Dream” – David Martín Lozano on Barceloneta & Becoming Spain’s National Team Coach (Part 1)

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In this episode of the Waterpolo Expert Talk, Spain’s men’s national team head coach David Martín Lozano shares his remarkable journey from a young water polo player in Barceloneta to leading one of the strongest national teams in the world. His story is deeply rooted in the unique culture of CN Atlètic-Barceloneta, a club that transformed from a small family pool into one of Europe’s most successful water polo institutions – and the place where Martín spent his entire athletic and coaching career.

David explains how lucky he felt growing up in an environment filled with world-class players like Manuel Estiarte, Chava Gómez, Dejan Savić and Petar Trbojević, athletes who shaped his vision of the sport long before he became a coach. Although he describes himself as a “normal player,” his development happened at exactly the right moment: Barceloneta was evolving, attracting top players, and eventually becoming an international powerhouse.

After retiring in 2013, Martín transitioned quickly from player to coach – first as assistant to Rafa Aguilar in the Spanish national team, then alongside his brother Chus Martín in Barceloneta. Within just a few years, his dream became reality: he became head coach of Spain, responsible for one of the most talented generations the country has ever produced.

A major part of the conversation focuses on the development system in Spain, especially the high-performance center in Sant Cugat, where the top U17–U20 players train daily for four years. Martín explains why this centralized structure is one of Spain’s biggest advantages. Many of today’s national team stars – Granados, Perrone, Sanahuja, Aguirre – came through this same system, allowing Spain to maintain continuity and consistently develop elite players.

David also addresses key differences between Spain and countries like Germany:
– In Spain, water polo is strong primarily in Catalonia, not nationwide.
– Competition at youth level is extremely intense, which accelerates development.
– Families trust the high-performance system because it provides training, school, accommodation, and a real path toward the national team.

At the same time, Spain faces challenges similar to the rest of Europe:
attracting kids to the sport, competing with basketball, handball and especially football, and giving players reasons to stay dedicated for the long run.

The conversation also highlights the changing media landscape. Martín emphasizes that young players today have access to endless water polo content – Champions League, World League, LEN streams – yet many do not use it. He sees it as a missed opportunity: the next generation could learn directly from the world’s best players with just a few clicks, but often lacks the long-term mindset needed to grow into elite athletes.

For David himself, the biggest privilege of being Spain’s head coach is simple:
he gets to live his dream every day.

He works with talent, passion and a culture built over decades – and he believes his current generation has everything it takes to keep Spain at the top of world water polo.

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„Ich habe meine Depression akzeptiert und muss mich immer wieder neu drauf vorbereiten“ – Jakob Drachenberg (Teil 2)

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Im zweiten Teil des Gesprächs mit Jakob Drachenberg spricht der ehemalige Wasserballer, Psychologe und führende Experte für Stresskompetenz offen über seine vier depressiven Episoden, den Weg durch Psychotherapie und Klinikaufenthalte – und darüber, wie er gelernt hat, die Krankheit als Teil seines Lebens zu akzeptieren, ohne sich über sie zu definieren.

Jakob beschreibt, wie schwer es war zu begreifen, dass Depression nichts mit „Schwäche“ zu tun hat, sondern eine klar diagnostizierbare Erkrankung, die auch leistungsstarke Menschen trifft. Der Leistungssport mit seinen Schwarz-Weiß-Denkmustern – Sieg oder Niederlage, Erfolg oder Versagen – habe einige seiner destruktiven Muster verstärkt. Gleichzeitig hat Wasserball ihm Eigenschaften geschenkt, die ihm später halfen: Disziplin, Teamgeist, Willenskraft und die Fähigkeit, durch schwierige Phasen zu gehen.

Besonders eindrücklich schildert er, wie Depression oft erst Jahre später entsteht und wie wichtig es ist, Warnsignale ernst zu nehmen. Lange bevor er professionelle Hilfe suchte, hatte sein Körper längst reagiert: Übermüdung, innere Unruhe, Perfektionismus, Grübeln, Antriebslosigkeit. Erst der Einbruch zwang ihn dazu, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und seine Stressmuster zu verstehen.

Heute sieht Jakob seine Erkrankung wie Diabetes oder Migräne: etwas, das regelmäßig Aufmerksamkeit und Vorbereitung braucht, aber nicht verhindert, ein erfülltes Leben zu führen. Entscheidend sei, Stress gesund zu managen – nicht durch Vermeidung, sondern durch bewusste Regulation. Spannung und Entspannung seien wie zwei Muskelgruppen: Wenn man nur „anspannt“, bricht das System irgendwann zusammen.

Er erklärt, warum mentale Gesundheit im Leistungssport und in der Wirtschaft immer wichtiger wird und weshalb Unternehmen inzwischen aktiv in Stressprävention investieren. Denn Mitarbeitende, die gut mit Stress umgehen können, sind leistungsfähiger, klarer in Entscheidungen und weniger krank. Auch junge Generationen fordern inzwischen explizit Räume für Reflexion, persönliche Entwicklung und mentale Gesundheit.

Jakob berichtet außerdem von der Gründung der Drachenberg Akademie, seiner Vision, Stresskompetenz für alle zugänglich zu machen, und der TÜV-zertifizierten Ausbildung zum Stresscoach, die Menschen befähigt, andere professionell in mentaler Gesundheit zu begleiten.

Diese Episode ist ein ehrliches, mutiges und inspirierendes Gespräch, das zeigt: mentale Gesundheit ist kein Tabuthema – und die Fähigkeit, mit Stress gesund umzugehen, ist eine erlernbare Kompetenz, die sowohl im Sport als auch im Alltag massiv unterschätzt wird.

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🌐 Jakob Drachenberg: https://drachenberg.de

📘 Jakobs aktuelles Buch: „Stresser richtig – neue Entscheidungen für mehr Leichtigkeit“

Vom Leistungssport zum Stress-Experten – Jakob Drachenberg über mentale Gesundheit & Wasserball (Teil 1)

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In dieser Folge des Waterpolo Expert Talk spricht Jakob Drachenberg, Unternehmer, Psychologe, Stress-Experte und ehemaliger Wasserballer des OSC Potsdam, offen über seine Erfahrungen im Leistungssport – und darüber, wie Stress, Druck und Ehrgeiz sich oft erst viele Jahre später bemerkbar machen.

Jakob blickt auf seine sportliche Laufbahn zurück, in der er als Jugendlicher mehrfach Deutscher Jahrgangsmeister, Kapitän der Jugend- und später Herrenteams sowie Europapokalteilnehmer war. Die Leistungen, Erfolge und extreme Trainingsbedingungen prägten ihn – genauso wie die Erkenntnis, dass Erfolg im Sport nicht automatisch bedeutet, psychisch gesund zu sein.

Nach seiner aktiven Zeit rutschte Jakob während seines Psychologiestudiums in eine stressbedingte Krise: Burnout, depressive Phasen, Gewichtszunahme und Überforderung. Diese Erfahrung wurde später der Ausgangspunkt für seine heutige Arbeit: den Menschen zu zeigen, wie man gesunde Stressbewältigung erlernt – etwas, das im Leistungssport oft zu kurz kommt.

Im Gespräch erzählt Jakob, wie Wasserball ihn geprägt hat: Disziplin, Teamgeist, Verantwortung, Führung und mentale Härte – aber auch die Gefahr, Selbstwert und Leistung miteinander zu verwechseln. Der Sport habe ihm geholfen, Ziele zu erreichen, Rückschläge zu verarbeiten und später ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, gleichzeitig aber auch gezeigt, wie schnell man in ungesunde Leistungsmechanismen geraten kann.

Besonders eindrucksvoll beschreibt er die Trainingsbedingungen in Potsdam: Frühtraining um 6 Uhr morgens, dreieinhalbstündige Wasserballtage, ständige Doppelbelastung aus Schule und Leistungssport. Viele dieser Erfahrungen hätten ihn belastbar gemacht – andere hätten ihn erst Jahre später eingeholt.

Wichtig ist Jakob heute vor allem die Frage: Warum treiben wir Leistung an – aus Angst oder aus echter Überzeugung?
Genau dieser Unterschied entscheidet für ihn darüber, ob ein Mensch langfristig gesund bleibt oder in Überforderung abrutscht.

Außerdem spricht er über:
– Die Rolle von Glück, Zufall und Teamchemie in seiner Wasserballjugend
– Warum Sportfreundschaften oft ein Leben lang halten
– Wie ihn früh übernommene Führungsrollen später im Beruf geprägt haben
– Warum er heute Unternehmen, Führungskräfte und Leistungsteams zu Stresskompetenz ausbildet

Diese Episode ist ein ehrlicher, tiefgründiger und inspirierender Einblick in die psychische Seite des Leistungssports – und ein starkes Plädoyer dafür, Stress nicht als Schwäche, sondern als Fähigkeit zu begreifen.

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Überzeugung, Leidenschaft & Strukturarbeit – Peter Röhle über die Zukunft des Wasserballs (Teil 2)

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Im zweiten Teil des großen Gesprächs mit Wasserball-Legende Peter Röhle geht es um die Themen, die für die Zukunft des deutschen Wasserballs entscheidend sind: Trainerphilosophie, Nachwuchsstrukturen, Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Verband sowie die Frage, warum echte Leidenschaft und Überzeugung im Coaching unverzichtbar sind.

Peter spricht ausführlich über die Anforderungen der modernen Champions-League-Saison und darüber, was Spandau 04 und andere europäische Topmannschaften leisten müssen, um auf internationaler Ebene konkurrenzfähig zu bleiben. Dabei wird deutlich, dass körperliche Fitness, technische Präzision und konsequente Trainingsarbeit die Grundlagen bilden – aber eben nur dann funktionieren, wenn Spieler und Trainer denselben Anspruch leben.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit dem neuen Bundestrainer Petar Porobić. Röhle beschreibt ihn als engagiert, klar in seinen Vorstellungen und bereit, Deutschland neu zu strukturieren, indem er selbst aktiv auf Vereine, Stützpunkte und Trainer zugeht. Genau dieser Austausch sei entscheidend, um langfristig Fortschritte zu erzielen – sowohl im Jugend- als auch im Erwachsenenbereich.

Besonders intensiv wird das Thema Spezialtraining für Torhüter, Centerverteidiger und Centerspieler diskutiert. Peter betont, dass individuelle Entwicklung im Wasserball nur dann möglich ist, wenn ausreichend qualifiziertes Fachpersonal vorhanden ist. Ein einzelner Trainer könne niemals gleichzeitig alle Positionen auf höchstem Niveau betreuen. Hier brauche es „mehr verrückte Menschen“, die mit Leidenschaft, Wissen und Zeit den Sport weiterbringen.

Genau an diesem Punkt fällt sein zentraler Satz:
„Man muss alles im Leben mit totaler Überzeugung und Liebe machen.“
Damit meint Röhle nicht nur die Arbeit am Beckenrand, sondern alles, was strukturell zum Sport gehört: Jugendförderung, Trainerentwicklung, Engagement in kleineren Vereinen, persönliche Weiterbildung und der Mut, Verantwortung zu übernehmen.

Ein wichtiger Aspekt ist die Vorbilderrolle von Trainern. Junge Coaches müssten bereit sein, sich kontinuierlich weiterzubilden, von internationalen Vorbildern zu lernen und Einflüsse aus anderen Sportarten aufzunehmen. Röhle fordert, dass Trainer sich öffnen, hospitieren, zuschauen, Fragen stellen – und dass Vereine diese Entwicklung aktiv unterstützen.

Gleichzeitig spricht er über die Bedeutung von positiven „Verrückten“ wie Michael Zelmer oder dem langjährigen Nachwuchstrainer der White Sharks Hannover, die mit unglaublichem Engagement Generationen von Spielern hervorgebracht haben. Ohne solche Menschen hätte Deutschland im Wasserball deutlich weniger Talente hervorgebracht – und genau deshalb brauche es überall im Land mehr von ihnen.

Am Ende der Episode fasst Peter die Herausforderungen klar zusammen: Der deutsche Wasserball braucht mehr Menschen mit Leidenschaft, bessere Strukturen, mehr Manpower im Training, individuelle Förderung – und den Mut zur Veränderung. Nur dann könne der Sport wieder nachhaltig wachsen.

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Die Bundesliga ist zu groß – Peter Röhle über Strukturen, Nachwuchs & die Zukunft des deutschen Wasserballs (Teil 1)

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In dieser Episode des Waterpolo Expert Talk spricht Wasserball-Legende Peter Röhle – mehrfacher deutscher Meister, internationaler Titelträger und langjähriger Bundestrainer – offen über den Zustand der deutschen Bundesliga, fehlende Strukturen, Nachwuchsprobleme und die Frage, warum eine noch größere Liga aus seiner Sicht absolut kontraproduktiv wäre.

Röhle blickt zunächst auf seine eigene Karriere zurück: zahlreiche deutsche Meisterschaften, internationale Titel mit Spandau 04, Europapokalsiege, Olympiamedaillen – und zugleich dramatische Momente wie der Verlust von Trainer Alfred Baalen 1986. Dieser Rückblick dient als Kontrast zu heute: einer Zeit, in der deutsche Wasserballvereine strukturell, finanziell und personell immer weniger mithalten können.

Ein Schwerpunkt des Gesprächs ist die sinkende öffentliche Wahrnehmung. Während Spandau in den 80ern ein Berliner Aushängeschild war, sind heutige Nationalspieler kaum noch bekannt. Durch die Medienentwicklung der letzten Jahrzehnte, die Diversifizierung des Angebotes und die Konkurrenz anderer Sportarten sei Wasserball vollständig in den Hintergrund geraten. Erst in den letzten Jahren habe Streaming dem Sport wieder eine minimale Sichtbarkeit gegeben.

Röhle beschreibt detailliert, wie schwer es Vereinen fällt, qualifizierte Trainer, Schiedsrichter, Betreuer und engagierte Ehrenamtliche zu finden. Ohne diese „positiv Verrückten“, wie er sie nennt, kann Wasserball langfristig nicht bestehen. Gleichzeitig fehle es in vielen Regionen an professionellen Trainingsstrukturen, an verlässlichen Wasserzeiten, an Nachwuchsspielern – und damit an Grundlagen, die international üblich sind.

Besonders kritisch sieht er, dass in Deutschland zu viele Vereine auf dem Papier „Bundesliga“ spielen wollen, ohne die notwendigen Voraussetzungen mitzubringen. Eine Liga mit 16 Mannschaften hält Röhle für deutlich zu groß – und angesichts des ohnehin extrem vollen internationalen Kalenders (WM, EM, Weltcup, Champions League, nationale Wettbewerbe) auch für nicht mehr realistisch belastbar. Stattdessen plädiert er für ein deutlich kleineres Oberhaus mit echten Leistungszentren, während ambitionierte Vereine in eigenen Entwicklungsrunden wachsen könnten.

Peter spricht außerdem über Traditionsvereine, die verschwunden sind, und über neue Standorte wie Ludwigsburg oder Potsdam, die sich entwickeln – allerdings oft mit vielen ausländischen Spielern, was wiederum die **Förderung deutscher Talente** erschwert. Für Röhle steht fest: Nur durch konsequente Nachwuchsarbeit, tägliches Training und Mentoring durch erfahrene Spieler kann Deutschland wieder Anschluss an die internationale Spitze finden.

Am Ende des ersten Teils wird klar: Peter Röhle sieht die Zukunft des Wasserballs nicht pessimistisch – aber er fordert Strukturmut, Ehrlichkeit in der Leistungsbewertung und eine klare Konzentration der Ressourcen. Nur dann kann der deutsche Wasserball wieder dorthin, wo er einmal war.

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Über diesen Podcast

Ich liefere Euch mit meinen nationalen und internationalen Gesprächspartnern aus der Welt des Wasserballs regelmäßig spannende Einblicke in die Vereinsentwicklung, Trainingsplanung und Jugendarbeit. Hierfür stehen mir Trainer, Aktive und Funktionäre in unseren Gesprächen regelmäßig Rede und Antwort. Natürlich spielt hierbei auch die allgemeine Entwicklung der Sportart Wasserball, auf nationaler und internationaler Ebene, eine große Rolle. Persönliche Meinungen und Einschätzungen meiner Gesprächspartner zu Fragen wie es mit dem deutschen, aber auch mit dem internationalen Wasserball in den nächsten Jahren weitergeht, kommen dabei nicht zu kurz.

von und mit Andreas Schulze-Kopp

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