Waterpolo Expert Talk

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„Sport ist das Ehrlichste, was es gibt!“ – Hannes Schulz über Leistung, Bundesliga & langfristige Entwicklung (Teil 2)

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In dieser Episode des Waterpolo Expert Talk spricht Hannes Schulz, Bundesligaspieler und Nachwuchstrainer beim OSC Potsdam, sehr offen über eine der grundlegendsten Wahrheiten im Leistungssport: Sport ist gnadenlos ehrlich. Ergebnisse lassen sich nicht herbeireden, Fortschritt entsteht nicht über Nacht – und echte Entwicklung braucht Zeit, Geduld und Konsequenz.

Hannes knüpft direkt an die aktuelle Situation der deutschen Nationalmannschaft an. Nach Turnieren oder verpassten Qualifikationen sei die erste Reaktion oft Frust, Kritik oder sogar Resignation. Er selbst kennt diese Gedanken – betont aber, wie wichtig es ist, einen Schritt zurückzutreten und den größeren Zusammenhang zu sehen. Eine junge Mannschaft kann Ergebnisse kurzfristig nicht liefern, wenn internationale Erfahrung, Automatismen und gemeinsame Spielzeit fehlen.

Besonders deutlich wird Hannes, wenn es um Zeithorizonte im Leistungssport geht. Statt in klassischen Vierjahres-Olympiazyklen zu denken, plädiert er für Entwicklungsphasen von sechs bis acht Jahren. Andere Nationen hätten diesen Weg längst beschritten – und davon profitiert. Wer nur kurzfristige Ergebnisse fordert, zerstöre oft langfristiges Potenzial.

Ein zentrales Leitmotiv des Gesprächs lautet:
Sport gibt dir exakt das zurück, was du investierst.
Kritik sei wichtig und notwendig – müsse aber immer konstruktiv bleiben. Spielerleistungen, Turnierergebnisse und Mannschaftsentwicklung dürften nicht losgelöst von Kontext, Erfahrung und Belastung betrachtet werden. Wer zum ersten Mal auf internationalem Topniveau spielt, wird Fehler machen. Diese Lernprozesse seien unvermeidlich – und essenziell.

Hannes spricht außerdem über die Bedeutung der Nationalmannschaft als Aushängeschild des Sports. Für Kinder, Eltern, Sponsoren und Öffentlichkeit sei sie oft der erste Kontaktpunkt mit Wasserball. Entsprechend wichtig sei es, dass alle Beteiligten – Vereine, Verband, Trainer und Spieler – an einem Tisch sitzen und gemeinsame Ziele definieren.

Auch die Bundesliga wird intensiv diskutiert. Hannes analysiert offen die aktuelle Struktur mit A- und B-Gruppe, Leistungsunterschieden und finanziellen Rahmenbedingungen. Eine einfache Erweiterung der Liga hält er für unrealistisch, solange infrastrukturelle Voraussetzungen wie Wasserzeiten, Hallengröße, Zuschauerbereiche und Organisation nicht erfüllt sind. Gleichzeitig sieht er zwischen den Plätzen drei bis acht eine überraschend große Ausgeglichenheit – an guten Tagen könne nahezu jedes Team jedes andere schlagen.

Besonders positiv hebt Hannes Vereine hervor, die auf ehemalige Spieler in Führungspositionen setzen. Menschen mit sportlicher Erfahrung verstünden die Bedürfnisse von Athleten besser und könnten langfristig stabilere Strukturen schaffen. Beispiele wie Duisburg oder Potsdam zeigten, welches Potenzial in dieser Herangehensweise stecke.

Zum Ende des Gesprächs wird es persönlicher. Hannes spricht über seinen eigenen Übergang vom Leistungssport in den Beruf. Heute arbeitet er als Gymnasiallehrer für Sport und Geografie – ein Schritt, vor dem er zunächst großen Respekt hatte. Der Abschied vom aktiven Spitzensport sei emotional schwierig gewesen, doch er habe gelernt, die nächste Lebensphase genauso bewusst anzunehmen wie den Sport.

Diese Episode ist ein ruhiger, reflektierter und sehr ehrlicher Blick auf Leistungssport, Erwartungshaltungen, Geduld und die Frage, wie nachhaltige Entwicklung im deutschen Wasserball aussehen kann.

🎧 Mehr zum Podcast: https://www.schulzekopp.de

🤽‍♂️ Eine Pflichtfolge für alle, die Sport realistisch, langfristig und menschlich betrachten wollen


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Über diesen Podcast

Ich liefere Euch mit meinen nationalen und internationalen Gesprächspartnern aus der Welt des Wasserballs regelmäßig spannende Einblicke in die Vereinsentwicklung, Trainingsplanung und Jugendarbeit. Hierfür stehen mir Trainer, Aktive und Funktionäre in unseren Gesprächen regelmäßig Rede und Antwort. Natürlich spielt hierbei auch die allgemeine Entwicklung der Sportart Wasserball, auf nationaler und internationaler Ebene, eine große Rolle. Persönliche Meinungen und Einschätzungen meiner Gesprächspartner zu Fragen wie es mit dem deutschen, aber auch mit dem internationalen Wasserball in den nächsten Jahren weitergeht, kommen dabei nicht zu kurz.

von und mit Andreas Schulze-Kopp

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